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"Die 5 hervorragenden Musiker von 'Passion des Cuivres' können nicht nur in heute einzig- artiger Weise den Klang der Blechblasinstrumente des 19. Jahrhunderts vermitteln, sie machen uns auch bewußt, was wir durch die 'moderne' Entwicklung verloren haben. - Diese Musik klingt so einfach viel besser als auf den sogenannten modernen Instrumenten. Genau genommen will man sie nur so hören."
Prof.Dr.h.c. Nikolaus Harnoncourt

Canaletto.Net


Das Ensemble

Unser Konzept

Mit dem Beginn der industriellen Revolution brachte das 19. Jahrhundert allen Musikinstrumenten eine Vielfalt radikaler Neuerungen, von denen die Familie der Blechblasinstrumente am stärksten betroffen war. Die Anwendung präziser Ingenieurskunst befähigte die alten Naturinstrumente Horn und Trompete, sich der Posaune in der Liga der vollchromatischen Instrumente anzuschließen. Die Erfindung des Ventils sollte die Blechbläsertechnik revolutionieren und den Instrumenten eine völlig neue Welt melodischer Möglichkeiten eröffnen. Moderne Instrumente waren nun in der Lage, sich vermittels ihrer erweiterten melodischen und stilistischen Fähigkeiten mit Holzblasinstrumenten und Streichern zu messen.

Indessen ist ein Großteil des Vermächtnisses, das uns diese frühen Pioniere des Blechs interlassen haben, verloren gegangen. Die Anforderungen, die an den modernen Orchestermusiker gestellt werden, erfordern heutzutage größere, klangvollere Instrumente. Die moderne Trompete, die heutige Posaune sind weiter mensuriert als ihre Vorfahren, und die Klangfarbe, die Komponisten wie Berlioz, Mendelssohn und Gounod so sehr schätzten, ist mit modernen Instrumenten nicht zu reproduzieren. Heutige Solobläser werden vor allem für die Quantität ihres Klanges gerühmt, während Berlioz die Eleganz und Beweglichkeit der Kornett Technik eines Jean-Baptiste Arban schätzte, nicht die Fähigkeit, am lautesten aus dem Orchesterklang hervorzustechen.

Der Schritt hin zu kürzeren, weiter mensurierten Blechblasinstrumenten hat dazu beigetragen, dem Orchester größere Akkuratesse und Brillianz zu verleihen, die vielen Orchesterwerken zuträglich sind, aber ist es nicht ebenso wichtig, den Versuch der Treue gegenüber dem originalen Konzept zu wagen? Wäre dies nicht ein faszinierendes und wertvolles Experiment?

Die selbstgestellte Aufgabe von Passion des Cuivres ist daher, Musik dieser Zeit mit größtmöglicher Achtung vor ihrer Aufführungspraxis zu spielen. Die ausgewählten Instrumente sind 2 Kornette französischer, britischer und deutscher Provenienz, Horn in F, engmensurierte Posaune und Ophicleide. Wir hoffen, in naher Zukunft weitere Klappeninstrumente hinzufügen zu können um der Ophicleide Gesellschaft zu leisten, die derzeit das einzige Mitglied des Quintetts ist, das über Klappen verfügt.

Ensemblemitglieder: 

Robert Vanryne Kornett
Ute Hartwich Kornett
Steffen Launer F-Horn
Bernhard Meier Posaune
Erhard Schwartz Ophicleide

Entstehungsgeschichte von "Passion des Cuivres"

Die Idee des Ensembles "Passion des Cuivres" wurde 2003 geboren, als sich Erhard Schwartz und Steffen Launer durch ihre Orchesterarbeit kennen lernten. Erhard Schwartz spielte in Konzerten und Opernaufführungen wie Wagners "Holländer" gelegentlich die Ophicleide. Von deren Klang begeistert, wuchs auf beiden Seiten das Interesse, die Musik der Romantik auf den Instrumenten der Zeit zu spielen um die klanglichen Ideen der Komponisten besser kennenzulernen.
Wir entschieden uns für die klassische Quintettbesetzung, aber mit zwei Kornetten
statt der Trompeten, einem F-Horn statt einem Doppelhorn, einer engmensurierten Posaune und einer Ophicleide statt der Tuba, auch mit der Absicht die 12 einzigartigen Quintette von Jean-François-Victor Bellon (1795-1869) aufführen zu können. Eine solche kammermusikalische Durchsichtigkeit ist mit gegenwärtigem Instrumentarium weniger möglich, verbinden sich doch mit modernen Blechblasinstrumenten eher dominate, übertönende Klangausbrüche, im Orchesterverband etwa bei einer Sinfonie Beethovens, Bruckners oder Mahlers.

Durch "Passion des Cuivres" wird ein spannender Teil der Musikgeschichte wieder mit Leben erfüllt- mit Musikern aus Berlin, Dresden und London, mit Kollegen also, die mit gleicher Begeisterung diese Idee umsetzen. Nach einer längeren Vorbereitungsphase fand das erste große Konzert im August 2004 in der Nähe von Dresden statt. Durch die überwältigende Resonanz bei diesem und weiteren Konzerten sowie durch den „Nikolaus-Harnoncourt“ -Preis für 2005 / 2006 fühlt sich "Passion des Cuivres" in ihrem musikalischen Konzept bestätigt.

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